Reinigung mit oder ohne Gleis

Maschine mit lageweisem Schottereinbau und Neuschotterzufuhr

Die ZRM 350 benötigt für die Reinigung des Schotterbettes keinen Gleisrost. Raupenfahrwerke übernehmen die Maschinenbewegungen in der Baulücke. Trotzdem werden Planum und Geotextil nicht von den Raupen befahren. Dafür sorgt das intelligente Maschinenkonzept.  

Die ZRM 350 produziert einen präzisen Planumsschnitt über die gesamte Baustellenlänge dank kontinuierlichem Vortrieb und automatischer, lasergestützter Führung der Räumkette (wahlweise auch mit Leitseilführung). Darin liegt einer der großen Vorteile dieses Systems gegenüber herkömmlichen Methoden mit Radladern. Trotzdem kommen die Raupenfahrwerke nie in Berührung mit dem Planum. Selbstverständlich beherrscht die ZRM 350 auch die gleisgebundene Bettungsreinigung.  

Lageweise Schottereinbringung.

Verantwortlich für den schonenden Umgang mit Planum und Geotextil ist die durchdachte Rückführung von gereinigtem und neuem Schotter. Die erste Einschotterung mit Planierung erfolgt gleich nach der Räumkette, wodurch das vordere Raupenfahrwerk der Maschine bereits auf gereinigtem Schotter fährt. Eine weitere Einschotterungsvorrichtung ermöglicht die Einbringung von Neuschotter. Förderschnecken verteilen den eingebrachten Schotter.  

Zweiwege-Materiallogistik.

Materialförder- und Siloeinheiten mit Raupenfahrwerken vervollständigen die ZRM 350 zum effizienten Bettungsreinigungssystem in gleislosen Bereichen. Abtransport des Abraums und Zufuhr von Neuschotter sind damit gewährleistet.  

Bettungsreinigung mit und ohne Gleis bewährt sich im Einsatz

Die Vielseitigkeit bei der Bettungsreinigung ist eine der größten Stärken der zweiwegefahrbaren Reinigungsmaschine ZRM 350. Diese Maschine war nicht nur auf der Internationalen Ausstellung Fahrwegtechnik iaf 2013 in Münster ein Publikumsmagnet.

Seit dieser Präsentation hat sie bei 21 Bauvorhaben insgesamt 11.000 m Bettung in Österreich und der Schweiz bearbeitet und damit die positive Erwartungshaltung bestätigt. Die Arbeitsaufgaben, die sie abdeckt, sind vielseitig und zudem auf unterschiedlichem Terrain möglich.

Der große Unterschied.

Bei Gleisumbauten im Bahnhofsbereich oder in engen Abschnitten werden oftmals der alte Gleisrost oder auch alte Weichen entfernt, die Bettung gereinigt und danach erst neue Schienen, Schwellen oder Weichen verlegt. Bettungsaushub, Schotterreinigung und Wiedereinbringung des Materials sind mit konventionellen Methoden, z. B. Baggern und LKW, sehr zeitintensiv. Verzögerungen in der Projektrealisierung und inhomogene Qualität der Arbeit sind häufige Nebenerscheinungen.

Die ZRM 350 arbeitet vollhydraulisch angetrieben mit einer geführten Aushubkette, die einen exakten und gleichförmigen Planumsschnitt hinterlässt. Der Schotter wird unmittelbar in der dreistufigen Vibrationssiebanlage gereinigt, was Neumaterial, Logistik- und Deponiekosten spart. Bettungsausbau, Verladung von Abraum und bei Bedarf Materialzufuhr erfolgen in der Linie des Baugleises. Der Wechsel vom Arbeitsmodus mit Schienenfahrwerk auf das Raupenfahrwerk ist unkompliziert und rasch vollzogen. Durch zweistufige Einschotterung fährt das vordere Raupenfahrwerk bereits auf einer Schotterschicht und schont das Planum. Dieses Gesamtpaket macht die ZRM für Unternehmer ebenso wie für Bahnbetreiber interessant.

Eine perfekte Kombination.

Der gemeinsame Einsatz mit den zweiwegefahrbaren Materialförder- und Siloeinheiten MFS 40/4 ZW zeigte im August 2014 in der Schweiz die Vorzüge der ZRM 350. Auf der eingleisigen Strecke Biberbrugg–Einsiedeln wurden unterschiedliche Szenarien erfolgreich getestet.

Eine lokal typische Verfahrensweise ist die komplette Reinigung inklusive Herstellung der befahrbaren Gleisgeometrie von Abschnitten mit 108 m Länge. Dafür stehen Nachtsperrpausen von knapp neun Stunden zur Verfügung. Nachdem es sich um eingleisige Strecken in alpinem Gelände handelt, müssen Materialwege optimiert und die einzelnen Arbeitsschritte perfekt aufeinander abgestimmt werden. Schließlich ist am nächsten Morgen der Abschnitt wieder für den Zugbetrieb frei.

Die ZRM 350 arbeitete sowohl gleislos wie auch gleisgebunden. Der Abraum wurde jeweils in MFS-Einheiten verladen, in den Abschnitten ohne Gleis in einen MFS 40/4-A-ZW mit Raupenfahrwerk. Ein weiterer MFS dieser Bauart diente als Shuttledienst zur Übergabe des Materials an die erste gleisgebundene MFS-Einheit. Die Kombination der ZRM 350 mit zweiwegefahrbaren MFS-Einheiten ist ein System, das vielseitig nutzbar ist und Qualität und Leistung steigert.

Mögliche Arbeitsaufgaben für die ZRM 350

  • Schottertausch: alte Bettung ausbauen, Neuschotter einbauen
  • Bettungsreinigung: alte Bettung ausbauen, Schotterreinigung im dreistufigen Vibrationssieb, Schottereinbau
  • Bei Bedarf zusätzlicher Neuschottereinbau: mit Schotterverteilschnecke und Planiereinrichtung
  • Abraumverladung: mit Übergabeförderband auf MFS-Einheiten
  • Einsatz gleisgebunden auf Drehgestellen oder gleislos mit Raupenfahrwerk in Abschnitten, wo das Gleis oder die Weiche entfernt wurde
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