iaf-Salon als Podium für Know-how-Transfer

iaf-Salon als Podium für Know-how-Transfer

Die Maschinenpräsentationen und Infostände ergänzte ein umfassendes Seminarangebot für die Fachbesucher. Der 2013 eingeführte „iaf-Salon“ ist inzwischen ein ideales und gut besuchtes Podium für den Know-how-Austausch.

Die Seminarthemen der VDEI-Akademie für Bahnsysteme decken alle wesentlichen Bereiche der Fahrweginstandhaltung ab. Experten aus der Forschung, der Baupraxis, von Maschinenherstellern und Bahnbetreibern konnten mit ihren Vorträgen den aktuellen Stand der Technik präsentieren.

Seminar – Innovation for you – Elektrische Instandhaltungsmaschinen

Hannes Steinwenker, Plasser & Theurer, und Markus Kreisel, Kreisel Electric                                                                                                          

Erhöhtes Umweltbewusstsein, sinkende Schichtpreise, steigende Treibstoff- und Personalkosten – eine nachhaltige Netzbewirtschaftung ist gefragter denn je.
Bei der DB sollen die CO2-Emissionen bis 2020 um 20 % gegenüber 2006 gesenkt werden. Die EU-Klimaziele sehen beim CO2-Ausstoß bis 2050 gar eine Senkung um 80 bis 95 % vor.

Der Vortrag zeigte die neuesten Entwicklungen für die Gleisinstandhaltung, um die Bahnen in dieser Richtung zu unterstützen. Die Spezialisten von Plasser & Theurer und Kreisel Electric zeigen, dass durch stetige Innovation und technologischen Fortschritt die Zukunft der Gleisinstandhaltung bereits begonnen hat. Hybridantriebe oder rein elektrische Kraftübertragung an den Arbeitsaggregaten verbessern den Wirkungsgrad enorm: von rund 70 % auf mehr als 90 %. Energie- und Logistikkosten können um etwa 65 % gesenkt werden. Die Einsatzbereiche der neuen Maschinen erweitern sich durch den E-Antrieb, vor allem in innerstädtischen Bereichen, Tunneln und Nachteinsätzen.

Hannes Steinwenker, Plasser & Theurer:
„Mit dem E3-Antriebskonzept bietet Plasser & Theurer einen ganzheitlichen Ansatz. Unsere zukunftsorientierten Ziele: Lärm reduzieren, Emissionen senken, Ökologie steigern, Betriebsmittelkosten senken für einen wirtschaftlichen Maschineneinsatz.“

Markus Kreisel, Kreisel Electric:
„Gerade für den neuen HTW 100 E3 von Plasser & Theurer war es eine Herausforderung, 250 kWh Energie platzsparend unterzubringen. Wir bauen eine der leichtesten Batterien weltweit, zusätzlich mit einer erhöhten Energiedichte – damit wurde das möglich.“

Seminar – Gleismesstechnik im Umfeld 4.0 – Was verändert sich?

Florian Auer, Plasser & Theurer

Aufgrund der digitalen Revolution verändert sich ohne Zweifel das gesamte Bahnbau-Umfeld und hier ganz besonders die Gleismesstechnik. Diese betrifft nun nicht nur mehr den Bereich der Oberbaumesswagen, sondern hat großen Einfluss auf die gesamte Maschinenflotte. Instandhaltungs- und Maschinensteuerungskonzepte sind einem großen Wandel unterworfen.

Florian Auer gab in seinem Vortrag einen Ein- und Ausblick, wie Plasser & Theurer als Fahrweg-Technologieunternehmen die Möglichkeiten der Digitalisierung wahrnimmt, einschätzt und in Produkte und ganze Produktfamilien umwandelt.

Florian Auer, Plasser & Theurer:
„Wir wollen Bewährtes/Gutes keinesfalls verändern, sondern es muss vielmehr das Motto gelten: Bewährtes/Gutes mit den Mitteln der Digitalisierung noch weiter verbessern.“

Industrie 4.0 bedeutet in unserem Umfeld die digitale Vernetzung von Produkt, Kunde und Hersteller. Diese Vernetzung findet vollständig in digitaler Form statt. Was sind dabei die bewährten guten alten Werte von Bahnbaumaschinen? Es sind Hochleistung, Qualität, Zuverlässigkeit und Prozesssicherheit. Das System Bahn funktioniert nur gut, wenn alle Bestandteile optimal zusammenwirken. Neu hinzukommen zunehmend die Werte Ergonomie, intelligente Einfachheit, zustandsbasierte Wartung und Transparenz. Genau dafür stellt die Digitalisierung eine stabile Basis dar.

„Der Fahrweg wird immer wirtschaftlicher. Qualität rechnet sich – das Spitzenprodukt Schottergleis ist eine wirtschaftliche Lösung. Wir liefern Werkzeuge, die das Arbeiten künftig noch leichter machen. Die einziehende Digitalisierung bietet mit ihren Möglichkeiten eine absolute Win-Win-Situation.“    

Weitere Seminare hatten Bauumfeld und Aufgaben unseres Maschinenportfolios zum Thema. Im Fokus standen die unterschiedlichen Facetten der Bettungsreinigung.

Roman Hauke, Plasser & Theurer, brachte einen Überblick zu bewährten und auch neuen Verfahren. Er präsentierte die aktuellsten Maschinensysteme zur Schotterreinigung und zeigte, wie Schotter heute intelligent aufbereitet wird.

Zweimal hochwertige Fachliteratur zum Thema Gleisbau

Auf der iaf 2017 wurden auch zwei Fachbücher präsentiert, die wichtige Beiträge zum aktuellen Wissensstand im Bereich Gleisbau liefern.

Florian Auer, Leiter Technologie bei Plasser & Theurer, präsentierte mit „Infrastrukturmanagement im europäischen Kontext“ den ersten Band eines fünfteiligen Kompendiums „Best Practice einer nachhaltigen Fahrweginstandhaltung“. Ziel des Kompendiums ist es, die Verflechtungen von Technik, Wirtschaft, Recht und Verkehrspolitik in der Fahrweginstandhaltung strukturiert darzustellen. Der zweite Band wird sich auf das Design von Bahnanlagen konzentrieren und 2018 erscheinen.

Leon Zaaymann, internationaler Bahnbauexperte aus Südafrika, stellte das Buch „The basic principles of mechanized track maintenance“ vor, das mittlerweile schon als zweite Auflage vorliegt. Er wendet sich mit seinem Know-how direkt an Fachleute aus der Eisenbahninfrastruktur und zeigt, was man im heutigen Gleisbau unter dem Motto RAMAS (Reliable, Available, Maintainable, Affordable and Safe) versteht.

Ein weiterer Vortrag zu diesem Themenbereich galt der Entwicklung der Bettungsreinigung auf den französischen Hochgeschwindigkeitsstrecken. Marc Ledet, SNCF, und Christophe Burle, Colas Rail, stellten eindrucksvoll dar, wie die Anforderungen des Auftraggebers sowie die Abwicklung des Auftragnehmers zu Höchstleistungen führen können. Konsequente Einsatzoptimierungen mit der Bettungsreinigungsmaschine RM 900 HD-100 und den im Verband arbeitenden Stopf-, Stabilisier- und Schotterverteilmaschinen brachten beachtliche Ergebnisse. Die Streckenzulassung nach der Reinigung und Erstdurcharbeitung konnte von 120 km/h auf 160 km/h angehoben werden. Die exakt eingestellten Übergangsrampen brachten eine Zeitersparnis von 30 Minuten pro Nacht. Zusätzlich wurden mit der Optimierung der Maschinenzusammensetzung Einsparungen beim Personaleinsatz erzielt.

Die Experten gaben auch allen Maschinenbetreibern einen weiteren entscheidenden Tipp mit auf den Weg: „Dank unseres Ersatzteilelagers, mit doppelt auf der Maschine mitgeführten Ersatzteilen und der laufenden Wartung tagsüber erreichen wir eine Maschineneffizienz von 99,5 %.“