Vollständige Weicheninspektion in vier Minuten

Vollständige Weicheninspektion in vier Minuten

Die gemessenen Parameter bei der Weicheninspektion:

  • Spurweite
  • Engster Durchgang (zwischen Zunge und Backenschiene)
  • Leitweite
  • Rillenweite
  • Schienenprofil 

Forschungspartner

Ein neues berührungsloses Messystem macht es möglich! Bei einer kurzen Überfahrt über den Hauptstrang und die Abzweigung erfasst das System alle erforderlichen Parameter. Detaillierte Bilddaten als großer Benefit erleichtern die Auswertung des Zustands von Schlüsselkomponenten wie dem Herzstück, der Zungen oder wichtiger Systembauteile wie Befestigungen, Antriebseinheiten und Kabelführungen.

​Als Präventivmaßnahme muss jede Weiche eines Infrastrukturnetzes regelmäßig vermessen werden. In Handarbeit mit einer Weichenmesslehre ist dies personal- und zeitintensiv. Erschwerend hinzu kommen der Sicherheitsaspekt und die nachteiligen Auswirkungen auf den Betrieb. Messarbeiten in Weichen blockieren gleich mehrere Gleise.

Die neue Form der Weicheninspektion schafft hier Abhilfe, denn dafür muss der Gefahrenraum des Gleises nicht betreten werden.

Messen im laufenden Betrieb

Erfahrungen in mehreren Ländern zeigen, wie sich das System in der Praxis bewährt. Aufgebaut auf einem Messfahrzeug, wie dem EM100VT von Plasser & Theurer, wird die Messung in kurzen Zugspausen durchgeführt. Für den Betrieb entstehen somit keine Einschränkungen. Wenn gleich viele Weichen in großen Bahnhofsanlagen vermessen werden, genügen die Pausen zwischen den Zügen in den betriebsarmen Nachtstunden. So wurden in der Nacht von 8. auf 9. März 2023 in St. Pölten (Österreich) 61 Weichen vermessen. Ein weiterer großer Vorteil: Die Befahrung muss nicht nach einem bestimmten Muster erfolgen. Das System erkennt die Überfahrt und ordnet sie passend der jeweiligen Weiche zu. Die Synchronisation geschieht dabei mittels Masterdaten und GPS. Aus Einsätzen wie in diesem Beispiel lässt sich ein Durchschnittswert von nur vier Minuten pro Weiche ermitteln.