Kleine Radien – kein Problem

Gleisneubau, -umbau und -rückbau im Fließbandverfahren

Hohe Steigung fordert Gleisverlegemaschine

Eine sogenannte Überwerfung – ein Brückenbauwerk – am neuen Wiener Hauptbahnhof stellte dem Schnellumbauzug SUZ 500 der Firma SWIETELSKY Baugesellschaft m.b.H. eine anspruchsvolle Aufgabe.

Mit dieser Überwerfung wird ein durchgehendes Hauptgleis geschaffen, auf dem kreuzungsfrei, ohne Weichenquerungen, von Süden nach Norden gefahren werden kann. Die Gleise der verlängerten Pottendorfer Linie von Wien-Meidling bis Wien-Hauptbahnhof werden durchgebunden.

Bei 60 bis 65 Zügen pro Tag, die im Jahr 2015 darüber laufen werden, ist dies eine erhebliche Erleichterung in der Verkehrsabwicklung und natürlich auch eine wesentliche Erhöhung der Sicherheit. Mit dem geplanten zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie wird sich das Verkehrsaufkommen an der Überwerfung noch steigern.

Gleisverlegung bei Steigungen bis 35 ‰

Am 30. August 2014 wurde das Gleis auf der Überwerfung neu verlegt. Die ersten 400 Meter der Auffahrt (Seite Bahnhof) steigt das Gleis mit 25 ‰ an, führt dann mit zwei Radien über die anderen Gleise und fällt anschließend auf etwa 260 Metern Länge mit 35 ‰ bergab. Die gesamte Länge exklusive der Ausrundungen beträgt 971 Meter, am höchsten Punkt werden 9,35 Meter überwunden. Der kleinste Radius ist 656 Meter, der größte 2.600 Meter mit einer maximal Überhöhung von 80 Millimeter.

Hauptbahnen mit einer Neigung von mehr als 25 ‰ (1:40) gelten laut Definition als Steilstrecke. Für den Schnellumbauzug sind derartige Steigungen kein Hindernis. Der Antrieb über das Raupenfahrwerk am Schotter zieht die Maschine problemlos hinauf und hinunter.

Mit dem Schnellumbauzug SUZ 500 werden Gleise in kontinuierlicher Fließbandtechnik maschinell verlegt. Die neuen Schienen waren auf dieser Baustelle seitlich vorgelagert. Die gesamte Beschickung mit neuen Schwellen erfolgt von hinten über das neu verlegte Gleis.

Für die Portalanlagen, die auf den Schwellenwaggons und der Maschine fahren, war die enorme Steigung allerdings eine Herausforderung. Die kleinen Laufwerke müssen dabei schon einiges leisten. Wie der Einsatz zeigte, war dies selbst bei hartnäckigem Regen kein Problem.

Die absolut exakte und automatische Verlegung der Schwellen sowie der Einbau der neuen Schienen läuft wie ein Uhrwerk – in einer Arbeitszeit von etwa vier Stunden waren die fast 1.000 Meter Gleis verlegt.

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