Mehr Sicherheit durch Blockchain

Mehr Sicherheit durch Blockchain

Blockchain im Gleisbau?

Blockchain ist aus dem Einsatz bei Kryptowährungen bekannt. Auch jenseits davon gibt es spannende Anwendungen der sogenannten Distributed-Ledger-Technologien (englisch für Technik verteilter Kassenbücher, in dem Transaktionen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet aufgezeichnet werden). Dabei werden kryptografische Methoden eingesetzt, um eine dezentrale Buchführung zu ermöglichen.

Im Gleisbau werden zunehmend Sensoren und Computer genutzt, um die Arbeitsprozesse weiter zu automatisieren und den Gleiszustand noch besser zu erfassen. Plasser & Theurer forscht an den Möglichkeiten, diese Systeme mit Distributed-Ledger-Technologien miteinander zu verknüpfen. So ein Verfahren kann helfen, die Qualitätssicherung auf der Baustelle zu optimieren und einen Beitrag für den sicheren Eisenbahnbetrieb zu leisten.

Abnahmeprotokoll für mehr Sicherheit

Vor dem Abschluss einer Gleisbaustelle und der Freigabe für den Betrieb wird ein Abnahmeprotokoll erstellt. Um den sicheren Betrieb zu gewährleisten, muss die Genauigkeit der Gleislage innerhalb der Grenzwerte sein. Kontrolliert wird die erbrachte Arbeit heute meist, indem die Daten ausgedruckt, überprüft und abgelegt werden. Dieser Aufwand ist auf der einen Seite notwendig, um das Vier-Augen-Prinzip einzuhalten, auf der anderen Seite auch kostenintensiv, da zusätzlich gut ausgebildetes Personal auf den Baustellen gebunden ist.

Hier können Distributed-Ledger-Technologien helfen, den Prozess zu automatisieren. Die zahlreichen Sensoren, die auf einer Gleisbaustelle zusammenkommen, kommunizieren in einem Peer-to-Peer-Cluster (Rechner-Rechner-Kommunikation zwischen Gleichgestellten). Sie überwachen die Arbeitsparameter der Arbeitsaggregate sowie den Gütezustand des Gleises. Im Cluster erfolgt danach eine gegenseitige Prüfung der erforderlichen Parameter. Die gesammelten Ergebnisse werden mittels Konsensmechanismus in einem Block kryptografisch gespeichert. So wird sichergestellt, dass die Gleisanlage in einem einwandfreien Zustand für den Zugbetrieb freigegeben werden kann. Dieser Block könnte zum Beispiel als Arbeitsnachweis automatisch die Auszahlung für die Bauunternehmen auslösen. So wird das Vier-Augen-Prinzip digital.

Automatisierung von Prüfung und Dokumentation

Neben der Baustelle erfordern bei der Bahn auch andere Prozesse aufgrund ihrer Sicherheitsrelevanz die Prüfung mittels Vier-Augen-Prinzip: etwa beim Bau und bei der Zulassung von Zügen, bei der Kalibrierung von Sensoren oder bei der Abrechnung von Trassenentgelt.

Die Technologie ist noch relativ jung, doch zeichnen sich bereits einige Anwendungsgebiete ab, um das System Bahn effizienter und vor allem sicherer zu machen.

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